Klettern will gelernt sein und ist neben dem Spaß an der Sache eine spannende Zusatzqualifikation für eine Vielzahl von Berufen

Klettern ist eine der schönsten Freizeitbeschäftigungen, aber auch eine tolle Zusatzqualifikation für viele Berufe“, sagen Jörg Kommritz und Hartmut Moede, die seit fünf Jahren einen Hochseilgarten im Erlebniswald Trappenkamp betreiben und neben den Angeboten für Kindergärten, Schulen, Familien oder Firmen und Privatpersonen auch Klettertrainer ausbilden. Dabei reicht die Kletterei weit über Spaß, die Erfahrung eigener Grenzen oder ein unverwechselbares Gefühl für Arbeiten im Team hinaus. So ist eine solide und qualifizierte Kletterausbildung auch für Forstwirte, Zimmerer mit Spezialaufträgen oder Höhenretter und Baumpfleger ein Garant für Sicherheit und Gesundheit. Bei der Arbeit mit Kindern in der Waldpädagogik bietet die Kletterei völlig neue Einblicke in die Welt der Bäume, wissen die Profikletterer.

Als erster Standort in Norddeutschland und einer von drei Standorten in Deutschland hat sich ropeXcourse nach den Standards der European Ropes Course Association (ERCA) als Ausbildungsstandort für Klettertrainer zertifiziert. Das Besondere am Kletterwald in Trappenkamp ist die Mobilität. Im Gegensatz zu Einrichtungen mit festen Kletterelementen, ist die Trappenkamper Anlage mobil. Die Kletterelemente sind mit Gurten an den Bäumen befestigt und können jederzeit verändert werden. Die freiwillige Zertifizierung durch die ERCA sei daher ein wichtiger Baustein, um sichere Standards sowohl für die eingesetzten Materialien wie Seile, Gurte und Kletterelemente, als auch für die Trainerausbildung zu setzen.

Das Programm der Trainerausbildung reicht stufenweise vom Aufbau schlichter Niedrigseilkonstruktionen bis hin zum Aufbau kompletter Hochseilanlagen und Techniken in der Höhenrettung. Der Einstieg für eine Kindergärtnerin etwa liegt bei drei Tagen Schulung mit sechs Trainingseinheiten und befähigt für den Aufbau und den Einsatz einer einfachen Niedrigseilkonstruktion von der Seilauswahl bis zur pädagogischen Anwendung und der ökologischen Standortwahl, erklären Kommritz und Moede. Bis zur Ausbilderbefähigung müssen neben betrieblichen Anforderungen über 600 Trainingseinheiten nachgewiesen werden.

Die Zertifizierung schafft Sicherheit für Betreiber, Trainer und Besucher. Im Erlebniswald lässt der sechs bis neun Meter hohe Kletterparcours mit seinen zwölf Stationen Besucher den Wald aus einer völlig neuen Perspektive erleben und sorgt damit auch pädagogisch für mehr Vielfalt im Erlebniswald. Dabei kann die Kletterarbeit auch bereits mit einer Niedrigseilkonstruktion richtig spannend sein, merkte Daniel Grosse, Erzieher und Naturpädagoge aus Quickborn, an. “Mich hat das einfach fasziniert, etwas selbst aufzubauen und mit den Kindern ganz neue Wege zu gehen”, meinte der Erzieher, der nach rund einem halben Jahr und fünf Trainingsmodulen seine Trainerlizenz für den Aufbau so genannter High Ropes Courses, sprich Hochseilgärten, entgegen nehmen durfte.