Der achte Ruheforst in Schleswig-Holstein ist eine Perle an der Ostsee

Am 30. September 2010 wurde mit dem Ruheforst Flensburger Förde – Glücksburg der achte Ruheforst in Schleswig-Holstein feierlich eingeweiht. „Unter allen Wipfeln ist gut Ruh“, lautet der charmant in das Plattdeutsche übersetzte Slogan, mit dem die Ruheforste auf die alternative Bestattung unter dem Blätterdach alter Bäume hinweisen. Für den im Glücksburger Quellental liegenden neuen Ruheforst der Landesforste Schleswig-Holstein hat die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Glücksburg die Trägerschaft übernommen. „In der unendlichen Schöpfung unseres Gottes geborgen bleiben und mitten in der Natur an den Anfang und das Ende erinnert werden“, begrüßte Pastor Norbert Siemen den neuen Ruheforst als Bereicherung des Angebots, das den Wünschen der Menschen gerecht werde.

Das der Ruheforst Glücksburg von einem ganz besonderen Flair umgeben ist, wirkte auch auf die rund 40 Gäste in der feierlichen Einweihungsrunde. Auch ohne Orchester, das ausgefallen war, sei die Musik des Waldes, das Lachen der Kinder, das vom wenige Meter entfernten Strand zum schlichten Andachtsplatz unter den Wipfeln alter Buchen und Eichen herauf klang Musik genug. Die Pflege übernehme im Ruheforst überwiegend die Natur selbst, erklärte Revierförster Klaus-Dieter Schmidt.
Nur dort, wo mürbe Äste eine Gefahr darstellen, greifen hier die Förster mit behutsamer Hand ein. Das sei auch bereits bei den Vorbereitungen des Standortes geschehen. Mitten in einem so genannten Flora-Fauna-Habitat Gebiet gelegen und damit als besonders schutzwürdiger Naturraum ausgewiesen, biete der Ruheforst Glücksburg einen einzigartigen Ort, in dem Leben und Vergehen in ganz vielfältiger Form erlebt werden kann. Hier Abschied von geliebten Menschen zu nehmen und in der Stille der Natur Frieden zu finden, sei viel mehr, als nur der Wunsch vieler Menschen nach einer anderen Bestattungsform, die in einer zeitgetriebenen Gesellschaft wenig Zeit für Grabpflege lasse.

Nicht nur den Mitarbeitern des Landesforstes sprachen Landesforstdirektor Tim Scherer, Hans-Jürgen Sturies als Leiter der Abteilung Forstwirtschaft der Landwirtschaftskammer und der Geschäftsführer der RuheForst GmbH Jost Arnold ihr Lob für die geleistete Arbeit aus. Auch die gute Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Glücksburg und der evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Glücksburg hätte ebenso zu dem vorzeigbaren Ergebnis beigetragen.
Besonderer Wert wird in dem nördlichsten Ruheforst Deutschlands, in dem der Blick vom Andachtsplatz durch das Grün der Bäume über die Flensburger Förde bis nach Dänemark reicht, auf die Gestaltung des Lebensraums Wald gelegt, erklärte Revierförster Klaus-Dieter Schmidt. Hier bieten so genanntes Totholz und unzählige Ökonischen Lebensraum für eine Vielzahl von Arten. Käfer, Insekten, Pilze, Vögel und andere im Ostseesaum lebende Kleintierarten finden hier Nahrung und Lebensraum. Auf einer Fläche von 13 Hektar, was in etwa der Größe von 26 Fußballplätzen entspricht, können hier so genannte Ruhebiotope als letzte Ruhestätte am Fuß alter Bäume, an Felssteinen und anderen natürlich gewachsenen Orten im Wald gewählt werden. Informationen und Führungen durch den Ruheforst bietet die Revierförsterei Glücksburg an. Auch kurzfristige Anmeldungen sind unter Telefon: 04631-4091392 möglich. Im Internet gibt es Information unter www.ruheforst-gluecksburg.de.